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Bilder auf der Haut

Tätowierungen haben in Japan eine lange Tradition!

Die japanische Art des Tätowierens nennt sich Irezumi, was so vie heißt wie „Tinte einfügen“. In westlichen Ländern versteht man darunter die traditionelle japanische Tätowierung, die äußerst kunstvoll ist und meist einen Großteil des Körpers bedeckt. Typische Motive sind mythologische Kreaturen wie Drachen oder Phönixe, symbolische Tiere wie der Koi-Karpfen, Tiger und Schlangen, Kirsch- und Lotusblüten, sowie antike Japanische Kunstwerke.

 

Die Kunst des Tätowierens zählt bereits zur japanischen Kultur, als man von Japan als Land überhaupt noch nicht sprach. Damals galt der Körperschmuck allerdings noch lange nicht als Kunst, sondern wurde (wie auch in vielen anderen Kulturen) genutzt, um die gesellschaftliche Stellung zu verdeutlichen. Später wurde diese dauerhafte Markierungen verwendet, um Kriminell zu Kennzeichen und sie so auszugrenzen. Jahrhunderte später, genauer gesagt ab 1720, war die Kennzeichnung der Kriminellen durch eine auffällige Tätowierung in Japan sogar gesetzlich vorgeschrieben. Dies hatte zur Folge, dass anständige Bürger diesen Körperschmuck weitgehend mieden. Tendenzen zu dekorativen Tattoos hatte es zwar schon seit eh und je gegeben, doch erst im 18. Jahrhundert entwickelten sich die kunstvollen Tätowierungen, für die Japan bis heute berühmt ist.

 

Es waren Farbholzschnittkünstler, die begannen, dekorative Motive in die Haut zu stechen. Dafür benutzten sie die gleichen Werkzeuge wie für ihre Holzschnitte und einen einzigartigen Farbstoff, bekannt als Nara Tinte, welcher unter der Haut die berühmte blaugrüne Färbung annimmt. Träger der Körper schmückenden Kunst waren damals oft Randgruppen, aber auch Kaufleute und Geishas, die sich von Tätowierungen spirituellen Schutz, Kraft und Gesundheit erhofften.

 

Der Trend zu dekorativen Tätowierungen ließ noch einmal Mitte des 19. Jahrhunderts nach, als Japan begann, sich dem Westen u öffnen und die Regierung Tätowierungen gänzlich verbot. So sollten ein negativen Eindruck auf die westlichen Länder vermieden werden. Seit dieser Zeit verbindet man tätowierte Körper mit Kriminalität. Trotz seines schlechten Rufs wurde immer beliebter, die sich von Stil und Technik der japanischen Kollegen inspirieren ließen. Als das Verbot nach Ende des Zweiten Weltkriegs aufgehoben wurde, änderte sich an den Vorurteilen nicht viel: Denn obwohl es von nun an vollkommen legal war, seinen Körper zu schmücken, wurden tätowierte Japaner weiterhin als kriminell eingestuft. Dies hing damit zusammen, dass Mitglieder der so genannten Yakuza (oft als „japanische Mafia“ bezeichnet) großflächige Tätowierungen trugen, um ihre Gruppenzugehörigkeit zu zeigen. Heutzutage gewinnen Tattos bei jungen Japanern immer mehr an Beliebtheit. Meist entscheiden sich die jungen Leute aber für kleinere Tätowierungen im westlichen Stil. Diese werden innerhalb einer Sitzung beim Tätowierer vollendet und nicht wie eine traditionelle, japanische Ganzkörpertätowierung über Jahre hinweg ergänzt. Das Vorurteil, dass Tätowierungen ein Kennzeichnen für einen Verbrecher sind, ist allerdings noch nicht vollkommen verschwunden. Einige traditionelle Einrichtungen, wie zum Beispiel öffentliche Bäder, verweigern Leute mit tätowierter Haut auch heute den Zutritt.

 

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